Montag, 9. April 2012

11. Villa Romana del Casale + 19-Gänge-Menü




07.04.12, Samstag
Heute lassen wir es sehr ruhig angehen. Der Bericht von gestern wurde geschrieben und veröffentlicht. Das alles dauert schon seine Zeit. Das Veröffentlichen über das Handy-Netz braucht bei Bildern und vor allem bei den beiden Videos sehr viel Zeit. Es ist eben doch langsames Internet.
Von Enna aus sind wir etwa 30km bis zur Ausgrabungsstätte Villa Romana del Casale gefahren. Heute wollen wir die Ausgrabungsstätten nicht besuchen. Das steht für morgen auf dem Plan. Abhängen, die Jugend würde chillen dazu sagen, ist angesagt.
Das Wetter ist gut, blau-weißer Himmel, etwas Wind bei 20°C.
Rundumher hügelige Berge, ich könnte mir vorstellen, dass man hier Wein anbauen kann, sehe aber nur Pinien, Zypressen, jede Menge Sträucher und Stauden, gegenüber ist der Hang terrassiert. Eine schöne, liebliche Gegend wie wir sie von der Toskana her kennen.

08.04.12, Ostersonntag
Ausschlafen, ausführlich frühstücken, mit Ei, es ist schließlich Ostersonntag. Anrufen in Hamburg, Berlin und Neustrelitz, Anruf aus Userin. In Deutschland ist Aprilwetter. Hier in der bergigen Mitte Siziliens ist auch Aprilwetter, jedoch etwa 10 Grad wärmer. Regenschauer, Wind, schnell ziehende Wolken und Sonne.
Nach allen Anrufen dann in die Ausgrabungststätte der Villa Romana del Casale.
3500m² Mosaiken aus dem 3. bis 4. Jahrhundert n. Chr. befinden sich hier. Sind das wichtigste Zeugnis römischer Kultur in Sizilien und Italien. So steht es zumindest im kleinen Führer, den wir uns gekauft haben.
Und das was wir sehen, ist wirklich sehenswert. Die dargestellten Motive haben sich über 1600 Jahre mit leuchtenden Farben erhalten. Sie wirken so echt, dass man sie aus dem gebührenden Abstand schon fast für Fotos halten kann. Das müssen geniale Künstler gewesen sein, die hier gewirkt haben. 
Die Mosaiken sind überdacht


Das und die folgenden Bilder sind Details eines 60m langen Flures in der Villa Romana.


Immer noch 60m Mosaik

Diese Bikini-Mädchen wurden vor über 1600 Jahren verewigt.

Dass die Amerikaner in den 50-er Jahren den Bikini erfunden haben ist wohl eine Fehlinformation.

Unsere Fotos können das wegen der Schatten nicht so wiedergeben wie wir es sehen.
Heute brauchen wir mindestens eine Entsorgungsstelle für unsere Toilette. Also zur mit einem lachenden Fuchs ausgeschilderten „Coop. Agricasale Agriturismo“, einer Gaststätte mit Wohnmobilstell- und Campingplatz, irgendwo mitten in der Landschaft umgeben von lichten Wäldern, mit einem kleinen Streichelzoo und ohne Mobilfunknetz.
Wir melden uns für das um 20.00 Uhr beginnende Abendessen an. Die neben uns stehenden Recklinghausener haben gestern gegessen und waren begeistert.
Wir um 8 hin, ein gut deutsch sprechendes britisches Paar war schon da. Und dann aßen wir unser 19-Gänge-Menü:
14x Antipasti, 2x Pasta, 1x Schafrippchen, 1x Salat, 1x Dessert dazu gab es 1l Rotwein, Wasser Weißbrot und zum Schluss noch einen Absacker.
Es hat wunderbar geschmeckt, trotzdem haben wir nicht alles geschafft. Etwas vom gut schmeckenden Wein mussten wir stehen lassen, genauso Pasta, Rippchen und Salat. Mit unseren vollen Mägen haben wir Angst vor der Nacht. War aber nicht so, wir haben besser geschlafen als gedacht.

09.04.12, Ostermontag
Der Strauß aus dem Gehege schaute uns beim frühstücken zu, die Sonne scheint, in der Nacht hat es zum Teil geschauert und wir stehen kurz vor der Abfahrt.


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