Samstag, 12. Mai 2012

30. Wir testen das römische Gesundheitswesen und dann an den Lago Trasimeno


11.05.12, Freitag

Für heute beschließen wir gezwungenermaßen mal das italienische Gesundheitssystem zu testen.

Seit ungefähr einer Woche fühlt sich Petra von Mücken gepiesackt. Seit drei Tagen hat sie heftige Kopfschmerzen. Die letzten Tage waren wohl so richtig kein Genuss für sie. Ich erkläre feierlich, diesmal war ich nicht der Grund dafür.

Allora, nach dem Frühstück zum Ospedale. Vorher Tickets kaufen und per Street View von Googel Maps im Office erklären lassen, wo es lang geht und wie es an der Notaufnahme aussieht. Toll, was die Technik so kann.

Na ja, so einfach war das nicht: die Bediensteten der Verkehrsbetriebe streiken heute. Das wissen wir später.

Zuerst zur Tram, lange Zeit kommt keine Bahn. Wir stehen und warten, wir stehen und warten, in keine Richtung fährt eine Bahn. Hier stimmt was nicht, ok, wir haben ja eine Alternative, den Bus 105. Der kommt auch und wie es sich gehört steigen wir zu früh aus. Der Bus hält öfter als die Straßenbahn. Richtig, wir haben wieder etwas gelernt.

Aussteigen und zur Notaufnahme. Eine englisch sprechende Schwester / Ärztin wird für uns geholt, wir erklären, dass vor rund 10 Tagen ein Insekt Petra attackiert hat und das seit etwa fünf Tagen richtig gute Kopfschmerzen für wenig Spaß bei Petras Unternehmungen gesorgt haben.


Nach zwei Stunden Beobachtungen in einer italienischen „Pronto Soccorso“ kommen wir endlich dran. Eine Spritze muskulär in den Po, Hose runter vorbeugen und rein, zwei weitere Patientinnen im gleichen Raum, eine aufgelöste Tablette in den Mund und ein Rezept für eine Paste, das wars und ging ganz schnell.

Vorher haben wir mit viel Spaß die Situation beobachtet. Jeder neue Patient telefoniert erst mal mit seinen Angehörigen, diese erscheinen dann nach rund einer halben Stunde und reden lautstark mit der/dem Kranken. Das Telefon steht bei keinem still. Italien ist das Land der Handys. Drei, manchmal vier Tragen stehen mit Kranken herum. Eine davon spuckt in einen mit einer Plastetüte ausgefüllte Pappkarton. Alle sind ganz entspannt, es ist für unsere Mentalität irgendwie seltsam.

Nach einer Stunde beobachten vergeht auch dieser anfängliche Spaß, jetzt wird’s langweilig und wir möchten behandelt werden. Nach einer weiteren Stunde passiert dies auch. Siehe oben.

Zurück, bei den Verkehrsbetrieben wird immer noch gestreikt. Also laufen wir zurück.
Es ist unglaublich warm, wir suchen ganz bewusst den Schatten.

Entsorgen, versorgen, Wohnmobil abwaschen und dann geht’s weiter Richtung Norden an den Trasimeno – See. Nach kurzem erkunden stellen wir fest, hier kann man als Mecklenburger nicht baden. Unser Nachbarn aus der Uckermark bestätigen dies.


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