05.04.12, Donnerstag
Heute vor 225 Jahren war Geheimrat
Goethe auch auf Sizilien, zwei Tage vorher in Palermo angekommen. Es
war auch ein Donnerstag und Ostern lag genauso wie in diesem Jahr.
Wir werden seine Reise nicht nachvollziehen, zum Anderen wäre genau
das sicher sehr reizvoll.
Beim Aufstehen stellen wir fest, dass
die Wasserpumpe ihre Aufgabe nicht mehr erfüllt.
Also Wasserpumpe ausbauen, dafür muss
alles was den Wassertank umhüllt und überbaut, entfernt werden.
Polster der Sitzbank weg, auf´s Bett, darunterliegendes Brett
abschrauben und auch auf´s Bett, eingepassten Tankdeckel vorsichtig
entfernen, Elektroanschlüsse auch vorsichtig entfernen, Kabel und
Wasserschlauch durch den Deckel ziehen. Ergebnis die Pumpe ist
wirklich defekt, der Rotor ist aus Plaste und nach rund sieben Jahren
im Gebrauch an der Sollbruchstelle kaputt gegangen.
Eine neue Pumpe muss her! Das junge Paar aus Konstanz am Bodensee bietet uns ihre Ersatzpumpe an, die sie beim Kauf ihres WoMo´s mitbekommen haben. Das ist nett, wir wollen aber erst mal versuchen, ob wir nicht in Cefalu eine Wasserpumpe bekommen. Ist ja schließlich Touristenhochburg mit Seglerhafen, da muss es doch so etwas geben.
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| Das Innenleben unserer Sitzbank |
Eine neue Pumpe muss her! Das junge Paar aus Konstanz am Bodensee bietet uns ihre Ersatzpumpe an, die sie beim Kauf ihres WoMo´s mitbekommen haben. Das ist nett, wir wollen aber erst mal versuchen, ob wir nicht in Cefalu eine Wasserpumpe bekommen. Ist ja schließlich Touristenhochburg mit Seglerhafen, da muss es doch so etwas geben.
Auf der Promenade treffe ich eine
deutschsprechende Einheimische, Mutter Östereicherin, die mir den
Weg zum Gartencenter erklärt. Mit einem freundlich, joggenden
Italiener verständige ich mich mit Händen und Füßen. Auch er
beschreibt mir den Weg in die Via Roma zum Gartencenter.
Wir also auf die Räder und ab zum
Pumpe suchen. Kurz und gut: in Cefalu gibt es keine Wasserpumpe für
unsere Zwecke. Weder in der Stadt noch im Sportboothafen, dort haben
wir rund 2 ½ Stunden gewartet, unsere Siesta verbracht.
Zurück zur Promenade und das Angebot
der Konstanzer angenommen. Das Einbauen war bei der Vorbereitung
schnell erledigt.
Gegen 6 Uhr nachmittags sind wir dann
los, nach Enna ins Landesinnere / Inselinnere. Die Autobahn A19 ist
gebührenfrei, fährt sich jedoch nicht gut. Sehr viele Querabsätze,
da sie zum großen Teil auf Ständern verläuft.
Die Landschaft ist hügelig, lieblich.
Die Felder leuchten grün, am Himmel wechseln Sonne und Wolken sich
ab; so stellen wir uns die Highlands in Schottland vor.
Auf einem hohen Berg liegt Enna, schon
von weitem zu sehen, es wird langsam dunkel. Auf einer sehr steile
Straße windet sich unser Ducato mit uns bergauf. Und oben in der
Stadt ist jetzt um 20.00 Uhr Dauerstau. Wir stauen uns mit den
anderen Autos so durch und finden an einem Park unseren
Nächtigungsplatz.
06.04.12, Karfreitag
Das Frühstück ist Vergangenheit. Ich
habe vorhin mit einem Mann gesprochen, die Prozession beginnt heute
Abend um 19.00 Uhr an einer Kirche. Mal seh´n, wo das ist.
Wir besichtigen die Burganlage und
bewundern den Ausblick von unserem Felsen auf die unten liegenden
Täler und Erhebungen. Alles sieht wie im Spielzeugland aus. Der Ätna
ist leider nicht zu sehen, da die Luft leicht diesig ist.
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| Burg und Stadtsiluette von Enna |
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| Wie hoch Enna liegt läßt sich hier nur erahnen |
Weiter geht’s in die Stadt um den
Ablauf der Prozession herauszubekommen. In einem Reisebüro
informiert uns ein junger Mann über die Prozession. Vor Jahren war
er für ein halbes Jahr zu einem von der EU finanzierten Praktikum in
Halle - Bruckdorf in einem dortigen Reisebüro, jetzt hat er sein
eigenes hier.
Um 15.00 Uhr soll an einer Kirche etwas
sehenswertes losgehen. Wir also dorthin, und warten und warten und
warten.
Jetzt wissen wir was da losgeht: Die Mitglieder der Bruderschaften treffen langsam an ihren Kirchen ein und bereiten sich vor. In der Kirche ist Christus aufgebahrt, die Mutter Maria, jede Menge Reliquien und Gegenstände, die zum Beispiel die Sünden symbolisieren, christliche Musik untermalt die Szene. Ansonsten ist es ein Kommen und Gehen.
Irgendwann ist die Bruderschaft vollständig und marschiert zum Dom um von dort die Prozession mitzugestalten.
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| Petra versucht herauszufinden, wann es hier losgeht. |
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| Die "schwarze" Bruderschaft vor ihrer Kirche |
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| Die "braune" Bruderschaft vor ihrer Kirche |
Jetzt wissen wir was da losgeht: Die Mitglieder der Bruderschaften treffen langsam an ihren Kirchen ein und bereiten sich vor. In der Kirche ist Christus aufgebahrt, die Mutter Maria, jede Menge Reliquien und Gegenstände, die zum Beispiel die Sünden symbolisieren, christliche Musik untermalt die Szene. Ansonsten ist es ein Kommen und Gehen.
Irgendwann ist die Bruderschaft vollständig und marschiert zum Dom um von dort die Prozession mitzugestalten.
Nach etwa zwei Stunden gehen wir zurück
zum WoMo und halten hier bis um sechs Siesta.
Pünktlich um sieben sind wir am Dom
und erleben den Start der Prozession. Diese wird schon 751 Jahre
durchgeführt und geht auf die spanische Epoche zurück. Die
Bruderschaften stellen sich auf und gehen langsam los.
Bei 15 Bruderschaften dauert das schon eine Stunde. Zwischendurch singt begleitet von einer Blaskapelle ein Chor auf den Stufen des Doms. Gewaltige Musik!
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| Abmarsch der "rosa" Bruderschaft |
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| Detail auf dem Stab dieser Bruderschaft |
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| Die kleinen Madonnen |
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| In dieser Bruderschaft waren viele Kinder, viele Muttis sind stolz nebenher gegangen |
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| Mit Stolz wird das Symbol der Bruderschaft getragen - vier Stunden im langsamsten Gang durch die ganze Stadt! |
Bei 15 Bruderschaften dauert das schon eine Stunde. Zwischendurch singt begleitet von einer Blaskapelle ein Chor auf den Stufen des Doms. Gewaltige Musik!
Für mich beängstigend sind die
vermummten Kapuzenmänner. Diese unter der Kapuze anonyme Masse
sollte vor Zeiten bestimmt auch Angst verbreiten.
Jetzt sollen die Bruderschaften eher
folkloristisch tätig sein, das bezeugen auch die vielen Kinder und
Jugendlichen, die sich unter den Vermummungen verbergen.
Zum Schluss werden der Sarg mit Jesus
Christus und der Schrein mit der Mutter Maria aus dem Dom getragen.
Chor und Musik begleiten diesen Vorgang an dem jeweils etwa 80 Männer
beteiligt sind.
Das ist unglaublich emotional beeindruckend und lässt die Kraft solcher Zeremonien deutlich werden. Mit langsam schwingendem Gleichschritt werden Sarg und Schrein durch die Stadt getragen. Da das rund drei Stunden dauern soll schauen wir uns an drei Stellen das Vorbeitragen an und gehen zurück zum Auto.
Das ist unglaublich emotional beeindruckend und lässt die Kraft solcher Zeremonien deutlich werden. Mit langsam schwingendem Gleichschritt werden Sarg und Schrein durch die Stadt getragen. Da das rund drei Stunden dauern soll schauen wir uns an drei Stellen das Vorbeitragen an und gehen zurück zum Auto.
Pünktlich um 11 sind wir zurück am
Dom um uns die Ankunft anzusehen. Wie sich herausstellt sind wir fast
eine Stunde zu früh, so dass das Warten, stehend auf den Domtreppen,
zur Tortur wird.
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| Nach vier Stunden kommen die Bruderschaften erschöpft zurück |
Nachdem alle Bruderschaften zurück
sind werden als krönender Abschluss beide Schreine über die Treppen
zum Dom hineingetragen.













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