Montag, 2. April 2012

7. Vulcano - Camping Milazzo



1. April 2012, Sonntag
Über Nacht haben wir wieder auf unserem Platz an der Promenade gestanden. Bis in den frühen Morgen war Bewegung, die Jugendlichen haben die sternklare und fast schwarze Sonnabendnacht feiernd am Strand verbracht. Trotz des hohen Lautstärkepegels ging alles friedlich zu, wir hatten keine Sorge um uns und unser Auto. Es scheint auch wenig Alkohol im pubertären Spiel gewesen zu sein.

Punkt 9.30 Uhr fahren wir mit dem Tragflächenboot zur Insel Vulkano. Nach einer dreiviertel Stunde sind wir angekommen. Das Tragflächenboot ist recht laut und ähnelt innen einer Flugzeugkabine, allerdings etwas großzügiger.
Luigi, ein hier ansässiger Deutschitaliener aus dem Schwabenland mit seiner Freundin/Frau erklären uns den Weg nach oben. 

Es sieht ganz schön steil aus. Zweifel kommen auf, ob Petra das mit ihrem Knie das schaffen wird. Wir erinnern uns an die alte Wanderregel Nr. 1: Wer weit kommen will muss langsam gehen. Genau das machen wir und Petra kommt ohne Schmerzen bis hoch auf den höchsten Punkt des Kraterrandes. Zwischendurch ist Eintritt zu bezahlen: 3€ pro Person. Die Dame am Einlass erzählt uns, dass wir heute die ersten sind, die auf den Vulkano wollen.

Hinweisschilder zeigen uns an, dass es angeblich 800m dann 600m, 400m, 200m und schließlich 100m bis zum Krater sind. Diese Angaben kann man getrost vergessen, entweder wird hier mit anderem Maß gemessen, oder diese Angaben sind zur Motivation gedacht: „Soweit ist es gar nicht mehr, Mensch überwinde dich!“.
Der Weg nach oben ist recht steil, der Untergrund ist aus aus kleinformatigen Steinchen, tiefem Sand und Staub. Geschlossenes, festes Schuhwerk ist angebracht. Petras offene Trekkingsandalen sind nicht zweckmäßig. Ich hatte mir gestern Abend, am Sonnabend gegen 20.00 Uhr, neue leichte Wanderschuhe gekauft. Das war eine gut Idee!
Endlich, irgendwann, immer schön langsam (Evi, du erinnerst dich bestimmt an unsere gemeinsame Bezwingung des Olymp vor vielen Jahren), sind wir am Kraterrand. 


Beeindruckend, hier am Namensgeber aller Vulkane dieser Welt zu stehen und in den Schlund hinein zusehen. Links steigen richtig große Schwefelschwaden auf, hinten an der gegenüberliegenden Kraterwand steigen ebenfalls kleine Schwefeldampffäden auf. Unten auf dem Grund haben ganz mutige vor einiger Zeit mit Steinen Wörter gelegt. Vor dem Einatmen der Dämpfe hier oben sind wir vorhin nochmal durch Luigi gewarnt worden. Es stinkt auch noch weit weg ganz gewaltig nach Schwefelwasserstoffen. 

Der Kraterrand ist fast kreisrund, auf der gegenüberliegenden Seite geht es nochmal steil hoch und sieht beschwerlich aus. Einmal rum ist bei allen Bedenken Pflicht, also immer schön langsam nach der Wanderregel Nr. 1. Die Aus- und Einblicke lohnen die Kraterumrundung. Oben angekommen weitet sich der Blick nochmal auf die umliegenden Inseln. Von hier können wir auch den schneebedeckten Ätna mit einer zarten Rauchwolke und auf der anderen Seite im Dunst noch den Stromboli sehen.
Chaos durch Selbstauslöser verursacht, hier oben waren wir allein

Petra ist so überwältigt dass sie sieben SMS abschicken muss.
Die ausgedehnte Brotzeit haben wir uns redlich verdient. 



Der Abstieg ist zwar schneller, aber durch den Schotter-Sand-Staub-Dreck teilweise rutschend auch zum Teil unangenehm. Unten angekommen werden die Schuhe und Strümpfe ausgeschüttelt und weiter geht’s in die nächste Kneipe. Kaffee, Kuchen und Bier tun gut und verkürzen die Zeit bis zur Abfahrt unseres Tragflächenbootes.
Da wir staubig und durchgeschwitzt sind ist eine Dusche Pflicht, diese finden wir auf dem ab heute geöffneten Campingplatz.

02.04.12, Montag
Campingplatz Smeralda Beach, Milazzo
Es ist jetzt 11.39 Uhr Laptopzeit, es ist gefrühstückt und dieser Bericht ist fast zu Ende geschrieben. Die Sonne scheint , die Wellen plätschern, ein wenig Wind geht, kurz: es ist einfach schön, unsere Welt ist in Ordnung.




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