Sonntag, 15. April 2012

14. Zigaro - Nationalpark




12.04.12, Donnerstag
Nachtrag:

Unser SOG, die Entlüftung der Kassettentoilette, schafft es nicht mehr die unangenehmen Gerüche herauszufiltern. Der Aktivkohlefilter ist erschöpft. Einen neuen habe ich nirgends bekommen. Dafür aber Aktivkohlegranulat für Aquarien und Flies für Ablufthauben, so dass ich einen Ersatz zusammen bastle. Dieser Ersatz funktioniert sogar.
Merke: Ersatzaktivkohlefilter gehört ins WoMo!

13.04.12, Freitag
Wandern im Zigaro – Nationalpark vom Südeingang aus
Heute ist wandern angesagt, also festes Schuhwerk an, Rucksack gepackt, Eintritt ( 3€ pro Person ) bezahlt und los geht’s.
In der Nacht hat es geregnet und stark gestürmt. Unser Ducato hat ganz schön gewackelt, es war kurz davor, dass wir Angst bekommen hätten.
Dieser NP ist aus meiner Sicht nicht groß: 7 km vom Süd- bis zum Nordeingang, in der Breite noch schmaler. Links steile Berge bis zu über 900m hoch, rechts unten das Meer, wir wandern zwischen 50 und 100 Höhenmetern über die Felsen. Herrliche Ausblicke, majestätisch die karge Bergwand, unten braust die Brandung, eine kleine paradiesische Badebucht ist zu sehen, überall blüht es. Die Blüten haben sich der rauhen Witterung angepasst, sie sind klein und farbenprächtig.

Als wir die ganze Pracht fotografieren wollen, sagt uns der Fotoapparat, dass die SD-Karte voll ist. Was bleibt übrig, Karte formatieren. 8 GB einzeln löschen wäre sehr aufwändig. Alle Fotos sind auf dem Laptop gesichert, bis auf sechs, die gestern Abend und heute früh gemacht wurden.
Unterwegs fängt es bei starkem Wind an zu nieseln und dann zu regnen. Jetzt wird es unangenehm. Nach einer Brotzeit-Pause im Museo della Manna geht’s bei Gegenwind und Gegenregen zurück über nasse Felsen. Jetzt kommt die Wanderregel Nr. 1 zur Anwendung: Wer weit kommen will muss langsam gehen. Bloß nicht ausrutschen!
Als wir zurück sind schließt der Wettergott seine Schleusen und die Sonne kommt wieder hervor.
Morgen wollen wir vom anderen Ende her wandern. Deshalb fahren wir nach San Vito Lo Capo. Luftlinie 11km, Straßenkilometer 45.
Ganze Berge werden hier zerschnitten und als Marmorblöcke verkauft. Das sieht schon beängstigend aus, wie der Mensch so in die Natur eingreift.

In San Vito stehen wir an der Strandpromenade neben drei italienischen WoMo´s, gegenüber nächtigen in drei Kastenwagen drei junge Zigeuner, Dunkelhäutige, Wanderarbeiter, Wanderhändler? Sie stellen keine Bedrohung dar, ein komisches Gefühl Mitgefühl? bleibt.

14.04.12, Sonnabend
Wandern im Zigaro – Nationalpark vom Nordeingang aus
Am Abend hatten wir schon in der Ferne den Leuchtturm mit seinem Leuchtfeuer gesehen. Dort in der Nähe ist die See am meisten aufgewühlt. Das müssen wir uns ansehen. Hier direkt vorne am San Vito Lo Capo ist ein beeindruckendes Schauspiel der Naturgewalten zu sehen. Wind, Wasser und Felsriffe treffen aufeinander, die Wellen türmen sich auf und brechen mit weit aufschäumenden Gischtfontänen, wir können uns nicht satt sehen. Fast wirft uns der Wind hier vorn auf den Steinen hin, nur mit Mühe bleiben wir auf den Beinen. Wir genießen dieses Spiel mit dem Wind.



Dann erinnern wir uns, dass wir noch in den Nationalpark wandern wollen.
Auf Serpentinen geht es nochmal 11km in die Berge hinein. Am Ende erwartet uns der NP-Eingang Nord.
Hier ist es nicht so schroff und steil wie vom Südeingang aus. Kleine Palmen säumen unseren Weg, ebenso blühender Ginster, Pistazienbäume, Mandelbäume, Rosmarienbüsche, Weißdorn und jede Menge kleinblühende Pflanzen. Es duftet sehr intensiv und wir wundern uns, dass Petra bei diesen vielen Blütenpollen keine Allergie bekommt.






Eine Eidechse für Willi
Es ist wie gestern, eine Landschaft zum satt sehen. Heute spielt dass Wetter auch mit, es ist gut durchwachsen, Wolken und Sonne wechseln sich ab, der Wind weht sacht, manchmal als Fallwind von den Bergen sehr heftig. Auf dem Meer jagt der Wind die Gischt als Tropfenfeld / Nieselwolke / Nebelwolke über das Wasser.
Der Wolfs-Pass
Palmenblüten

Hier vor und im Nationalpark treffen wir viele Deutsche, Österreicher und Schweizer, die nach Sizilien fliegen und dann das Land mit dem Mietauto erkunden und in den Bergen wandern.
Wir vermuten, dass unser Propangas bald zu Ende geht. Mit der Internetapp „LPG-Finder“ wird die nächste Gastankstelle gesucht. In der Umgebung gibt es vier davon. Koordinaten eingeben und dann ab nach Trapani zum Gas tanken.
Auf der Fahrt nach Trapani kommen wir an einer tosenden Bucht vorbei. Hier müssen wir runter und uns das Spiel von Wasser, Wind und Fels ansehen. Wir sind wieder fasziniert.

Wassereruptionen
Weiter nach Trapani zur Gastanke. Als der Tankwart uns sieht sagt er, dass er uns die Flaschen nicht auffüllen wird. Das sei verboten.
Fahrräder vom Träger, Träger abmontieren, Rücktür öffnen, Flaschenkasten öffnen, ihm die grünen Flaschen mit dem italienischen Hinweis zeigen ( zugelassen für Befüllen an Tankstellen ), ändern seine Meinung und er betankt unsere Propantanks mit 27 Litern für 0,94€ pro Liter.
Es ist Nachmittag und wir brauchen einen Platz für die Nacht. In Trapani am Hafen gefällt es uns nicht. Weiter an den Salinen vorbei werden wir bei Birgi Novo fündig und stehen am Nautic Club für 15€ die Nacht, Strom und Entsorgung eingeschlossen.
Ein ganz lieber „streunender“ Hund bewacht uns die ganze Nacht.

15.04.12, Sonntag
Es ist halb Elf durch. Dieser Bericht ist geschrieben, die in den letzten Tagen gemachten Bilder müssen noch bearbeitet werden (für den Blog verkleinert werden), dann wird der Blog ergänzt und dann geht’s weiter Richtung Süden nach Marsala in die berühmte Weinmetropole.


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